bild  
AGUS Markgräflerland e.V.
 
Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz e.V.
 
  SUCHEN:
   
 
bild
Navigationszeile: Farbcode
Erklärung zum Farbcode der Navigationsbuttons
weiss
= Diverse Informationen aus aller Welt mit weiterführenden Links
orange
= Interaktiver Inhalt: Leser sind aufgefordert, uns Hinweise zu geben!!
blau
= Themenbezogene Landkarten ... Bitte eigene Hinweise hinzufügen!!
gelb
= Der Verein "AGUS Markgräflerland e.V."
rötlich
= Gäste, Freunde, Nachbarn, Gleichgesinnte.
grün
= Durch AGUS zusammengestellte und aufbereitete Informationen.
hellgrün
= AUFFORDERUNG: So bewirken sie Positives für sich und andere!
bild
bild
Schriftgrösse: klein / normal

Energie-LOGISTIK

Der Technologiewandel und die Logistik

*Canada and Germany form hydrogen alliance for atlantic supply of ammonia
* RWE errichtet Terminal für grünen Ammoniak in Brunsbüttel
* LNG-Terminal Stade könnte langfristig Ammoniak importieren
*Covestro kauft grünen Wasserstoff von australischen Unternehmen
* Wikipedia: Wasserstoff-Tanker
*Wasserstoff-Tanker »Suiso Frontier« absolviert erste Reise
*400.000 H2-Tankfüllungen pro Schiff: Jetzt kommen die neuen Super-Tanker

Logistik im Wandel

Zuletzt bearbeitet 13.09.2022 
Die Logistik muss sich dem Wandel der Energieträger anpassen. Die damit verbundenen finanziellen und strukturellen Veränderungen, insbesondere die Transportmittel und Lagerungstanks betreffend, werden oftmals unterschätzt.

Zunahme bei den Energieträgern:

  • Strom  
  • Wasserstoff  
  • Ammoniak (heute noch kaum vorhanden)  
  • Warmwasser  

Abnahme bei den Energieträgern:

  • Kohle (vermutlich bis 2035 auf Null)  
  • Erdgas (bis 2035 deutliche Abnahme)  
  • Erdöl (bis 2035 sehr deutliche Abnahme)  
Sonderfall Erdas/Erdöl: Da Erdgas (und Erdöl) auch einen mittelfristig nicht ersetzbaren Ausgangsstoiff für die chemische Industrie darstellt, wird die in den kommenden Jahrzehnten zu transportierende Menge zwar nachhaltig abnehmen, aber weiterhin werden einzelne Großabnehmerstandorte vorhanden bleiben.

Umnutzung von Pipelines und Lagertanks

Zuletzt bearbeitet 13.09.2022 
Vorhandene Pipelines können teilweise problemlos umgenutzt werden, sobald die Pipeline-Anschlussstationen entsprechend nachgerüstst wurden. Typische Beispiele sind:

  • Nutzung von Gas-Pipelines und Gas-Lagertanks für den Transport und die Verteilung von Wasserstoff.  
  • Auch einige Produkte-Pipelines und Lagertanks können für den Transport und die Verteilung von Wasserstoff verwendet werden.  
  • Manche Produkte-Pipelines können auch als Ammonika-Pipelines genutzt werden. Für die Lagerung sind dann aber neue, gekühlte und/oder druckfeste Lagertanks notwendig.  

Tankschiffe transportieren Wasserstoff?

Zuletzt bearbeitet 13.09.2022 
In der Presse wird bereits mehrfach berichtet, dass langfristige Verträge mit Überseeanbietern zur Lieferung von grünem Wasserstoff (hergestellt mittels Strom aus Windenergie oder aus Photovoltaik) nach Europa geschlossen werden. Und dazu wird dann berichtet, dass der See-Transport dann zukünftig mit Wasserstoff-Tankschiffen realisiert werden soll.

Allerdings ist der Aufbau einer Flotte von Wasserstoff-Tankschiffen sehr unwahrscheinlich. Warum?

Technisch ist der Bau entsprechender Tankschiffe für verflüssigten Wasserstoff kein besonderes Problem. --> Kein Hinderungsgrund! Aber:

  • Der Energieaufwaufwand zur Verflüssigung des Wasserstoffs ist wegen des geringeren Siedepunkts (Wasserstoff -253 Grad C gegenüber Erdgas -161 Grad C) extrem viel höher und damit wirtschaftlich extrem unwirtschaftlich.  
  • Das Gefahrenpotential der transportierten Energiemenge bei einer Havarie des Tankschiffs z.B. mit der Hafeninfrastruktur steigt gegenüber LNG-Schiffen noch einmal deutlich an. Es ist zu erwarten, dass es wegen Sicherheitsbedenken kaum Anlandestellen für derartige Tankschiffe in Europa geben wird.  

Viel wahrscheinlicher ist es, dass der in Übersee produzierte Wasserstoff bereits in Übersee in Ammoniak umgewandelt wird, welches dann deutlich wirtschaftlicher und mit geringerem Gefahrenpotential über die Ozeane verschifft wird.

EnergieträgerEnergielogistik
über große Distanzen
(>300 km)
Energielogistik
über kleine Distanzen
(<300 km)
Strom Stromkabel sind vorhanden:
100 - 500 kV-Gleichstromstromleitungen (HGÜ, Erd- oder Seekabel))
oder
380 kV- oder 220 kV-Höchstspannungsnetz-Freileitungen
oder
110 kV-Hochspannungsnetz
Falls Bau von Stromleitungen zu aufwendig:
Umwandlung des Stroms in Wasserstoff (Pipelinetransport) oder Ammoniak (Schiffstransport)
20 kV- oder 10 kV-Mittelspannungsnetz sowie 1000 V bzw. 380/220 V -Niederspannungsnetz
Zusätzlich:
Lokale Stromprodukion durch Photovoltaik, kleine Windenergieanlagen, kleine Wasserkraftwerke, kleine BHKWs

HINWEIS: eine Verstromung von Wasserstoff oder Ammoniak in Brennstoffzellen ist zwar technisch möglich, jedoch nur an äusserst abgelegenen Orten ökonomisch sinnvoll.
Wasserstoff
H2
Wo immer möglich:
Pipeline
Alternative:
Umwandlung zu Ammoniak und Schiffstransport)
Zukunft:
lokales Gasleitungsnetz
Heutet:
Spezial-Tank-LKW oder Spezial-Bahnwagen
Ammoniak
NH3
spezielle Tankschiffe (ähnlich wie LNG-Tankschiffe) Spezial-Bahnwagen (und zukünftig vermutlich auch Spezial-Tank-LKW)
Erdgas Wo Pipelines vorhanden:
Pipeline
Wo keine Pipelines vorhanden:
LNG-Tankerschiffe sowie Regasifizierung am Bestimmungshafen
lokales Gasleitungsnetz
Erdöl (Rohöl) Normalfall:
Schiffstanker/Binnenschiff oder Bahn
Wenn Pipeline vorhanden (eher selten):
Pipeline
-- {nicht praktiziert} --

HINWEIS: Raffinerien befinden sich fast ausnahmslos an Orten, die mit Pipeline oder Seeschiffen erreichbar sind.
Erdöl-Produkte
(Fuel, Treibstoffe, Naptha, Olefine)
Wenn Pipeline vorhanden:
Pipeline
sonst:
Schiffstanker/Küsten- oder Binnenschiff
Schiffstanker/Küsten- oder Binnenschiff, Bahn oder Tank-LKW
Kohle Massengutfrachter oder Bahn Massengutfrachter/Binnenschiff, Bahn oder LKW
Warmwasser
(Wärmekraftwerk, Industriewärme, Geothermie)
-- {nicht praktiziert} -- Heisswasser-Pipelines bzw. lokales Wärmenetz