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   AGUS Markgräflerland e.V.
 
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Nutzung der Windenergie


Großes Windrad, oder viele kleine Windräder?

Zuletzt bearbeitet 16.10.2022 
Nur mal angenommen, es wäre möglich auf jedem Gebäude ein Mini-Windrad zu imstallieren, welches - wirklichkeitsfremd - eine vergleichbare Stromausbeute hätte wie ein großes, auf dem Schwarzwaldkamm installiertes Windrad: Wie viele Miniwindräder müssten dann installiert sein, um ein großes Windrad zu kompensieren?
AnzahlSTROMPRODUKTION Jahresproduktion
1Windrad (5 MW; ca 150 m Flügeldurchmesser)
bei 15% Volllaststunden pro Jahr
(typisch für Baden-Württemberg)
6'570'000 kWh/a
1Theoretisches-Mini-Dachwindrad
(Flügeldurchmesser stockwerkshoch, 3 m)
bei 15% Volllaststunden pro Jahr
(typisch für Baden-Württemberg)
2'630 kWh/a
2500 xTheoretisches-Mini-Dachwindrad
(Flügeldurchmesser stockwerkshoch, 3 m)
bei 15% Volllaststunden pro Jahr
(typisch für Baden-Württemberg)
6'575'000 kWh/a
Antwort: Es wäre ein "Wald" von 2500 Mini-Windrädern notwendig. Auf Grund der wirklichkeitsfremden Annahme wären sogar noch viel, viel mehr Kleinstwindräder notwendig. Also ganz offensichtlich keine gangbare Alternative!

Windkraft-Standorte im Markgräflerland - Wo passt's, wo passt es nicht?

Zuletzt bearbeitet 16.10.2022 
Mit einigem Aufwand wurden im Markgräflerland während der vergangenen 15 Jahre windhöffige und gleichzeitig umweltverträgliche Gebiete (Pflanzen- und Tierschutz) im Schwarzwald identifiziert, die für Windenergieanlagen geeignet erschienen. Realisiert wurden aber nur wenige Standorte, hauptsächlich im Bereich von Freiburg.

Problemsituationen aller potenziellen Standorte:
  • Ein wesentlicher Grund für das Scheitern der Windenergieanlagen war in den meisten Fällen eine politisch motivierte Ablehnung wegen der antizipierten Beeinträchtigung der Schönheit der Landschaft durch die Windräder. Es ist natürlich nicht zu bestreiten, dass die Windräder als markante und weit sichtbare Bauwerke das heutige Landschaftsbild verändern. Abschreckend können auch die Windfarmen im Norden Deutschlands wirken, weil dort die Windenergieanlage aus ökonomischen Gründen streng symetrisch und in mehreren Reihen hintereinander aufgebaut sind. Diese Windfarmen erinnern daher tatsächlich eher am Industrieanlagen.

    Im Markgrälerland stellt sich die Problematik riesiger Windparks jedoch glücklicherweise nicht. Vielmehr sind die vorgesehenen Windenergie-Standort in der Regel mit wechselndem Abstand auf den in Schlangenlinie verlaufenden Bergrücken zu finden. Diese von der Landschaft vorgegebenen Unregelmäßigkeiten werden von Menschen als harmonisch empfunden.  
  • Ein anderes immer wieder gehörtes Argument ist der Dauerlärm laufender Großwindräder, der schädlich für die Tierwelt wie auch für Menschen sei. Und es ist unbestritten, dass Dauerlärm krank macht. Allerdings ist es auch unbestritten, dass dieser krank machende Effekt auch sehr stark beeinflusst wird von der psychischen Situation der Person, die dem Lärm ausgesetz ist. Wird die Windenergieanlage grundsätzlich akzeptiert, klagen exponierte Personen so gut wie nie über eine Lärmbelästigung, ähnlich wie die meisten Menschen das Dauerrauschen eines Bergbaches als beruhigend und nicht als belastend empfinden. Oftmals wird bei Bergwanderungen gerade nahe Bächen eine Rast eingelegt und man genießt das als Plätschern empfundene durchaus laute Geräusch des Wasserlaufs.

    Zur Vermeidung einer zu großen Lärmbelastung - nachgewiesener Effekt oder nicht - werden Windenergieanlagen heute grundsätzlich in einem Abstand von mindestens 500 m zu Einzelgebäuden und mindestens 1000 m zu Siedlungen errichtet. Die Erfahrung lehrt, dass zumindest der Siedlungsabstand ausreichend ist, um Gesundheitsgefahren auszuschließen. Und da es bei Einzelgebäuden keine Lärmbelastung durch Nachbarn geben kann, sind hier Menschen in der Lage ihre Schlafräume so auszurichten, dass auch dort keine direkte Beschallung stattfindet.  
  • Naturschutz, insbesondere der Schutz gefährdeter Arten kann ein valides Argument gegen die Errichtung von Windenergieanlagen an einem ausgesuchten Standort sein. Allerdings erscheint es nicht sinnvoll, an jedem potentiellen Standort eine bestimmte Lebewesenart als unverzichtbar einzustufen und damit die Windenergie-Nutzung zu verunmöglichen.

    Sehr deutlich ist in diesem Zusammenhang eine aktuelle (Jahr 2022) Stellungnahme des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg: Es stimmt schon: Ob die Windkraft die Population irgendwelcher Arten gefährdet, ist fraglich. Die Idee, mehr artenschutzrechtliche Ausnahmen zuzulassen, so das Tötungsverbot zu überwinden und dafür über Artenschutzprogramme die Populationen besser zu schützen, tragen wir mit. Aber eine Generalabsolution für Eingriffe für regenerative Energien ist der falsche Weg.
    Das gilt - zumindest für den LNV - auch für den Belang "Landschaftsbild". Eingriffe in das Landschaftsbild durch Windmühlen und Solarparks müssen hingenommen werden. Aber dass es keine Schonbereiche in besonders empfindlichen Landschaften geben soll, dass die Schutzwirkung von Landschaftsschutzgebieten noch weiter ausgehöhlt wird, ist ein Fehler. Wenn Politik und Genehmigungsbehörden nach dem Prinzip handeln "Am Landschaftsbild darf keine Windkraftanlage scheitern", so ist das ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz, das das Landschaftsbild als wichtiges Schutzgut benennt.
    Klar ist: Die Energiewende muss von Wind und Sonne (und etwas Geothermie) getragen werden. Ebenso klar ist aber auch: Baden-Württemberg kann nicht regenerativ energieautark werden. Wir sollten das auch nicht versuchen: Wir würden unser Land nicht wiedererkennen! Und das Argument, ohne Windkraft im Wald hätten die Wälder dank Klimawandel sowieso keine Zukunft, ist ähnlich abwegig wie das Munkeln von schädlichem Infraschall. Noch stehen die großen Umweltverbände fest zur Energiewende und der Windkraft. Sie haben aber Sorge, einen Teil ihrer Basis an radikale Windkraftgegner zu verlieren, wenn Windkraft mit dem Holzhammer überall durchgedrückt werden soll.
     
Kommerzielle Aspekte:
  • Potenziellen Winmdenergie-Standorte sind in der Regel weit entfernt vom nächsten Anschluß an Starkstromleitungen und liegen zudem oft in relativ unzugänglichen Geländeabschnitten. Die Einrichtung der Zuwege sowie die Verlegung neuer Stromleitungen führen zu hohen Einmal-Investitionskosten.  
  • Positiv sind die jährlichen Zahlungen der Betreiber. Entscheidend ist hier die Pacht für die Grundstückseigentümer (ca. 60.000 EUR/Jahr pro Windenergieanlage) und die Gewerbesteuern (ebenfalls ca. 60.000 EUR pro Jahr). Hinzu kommen noch Kompensationszahlungen, wenn die nächsten Häuser weniger als 1 km entfernt vom Standort stehen.  
Die Tabelle hinter diesem Link ist eine Zusammenfassung aller Standortkriterien.